Falsche Polizisten erkennen: Der Anruf von der vermeintlichen Behörde
Auch bekannt als: Falscher Polizist, Falsche-Polizei-Anruf, Polizei-Betrug, Polizei-Scam
Falsche Polizisten täuschen am Telefon eine Gefahr für dein Geld vor und wollen Bargeld oder Wertsachen „sichern". So durchschaust du die Masche.
Am Telefon meldet sich ein Kommissar. In deiner Straße seien Einbrecher gefasst worden, auf ihrer Liste stehe auch deine Adresse. Damit dein Geld sicher ist, soll ein Kollege es heute noch abholen. So arbeiten falsche Polizisten. Sie geben sich als Polizei, Staatsanwaltschaft oder Bank aus und wollen dein Bargeld, deinen Schmuck oder deine Karten.
Die Masche trifft besonders häufig ältere Menschen, kann aber jeden betreffen.
Wie die Masche funktioniert
- Der Anruf. Ein angeblicher Polizist warnt, in deiner Nachbarschaft seien Einbrecher gefasst worden – auf einer Liste stehe auch deine Adresse.
- Die erfundene Gefahr. Dein Bargeld zu Hause oder auf der Bank sei nicht mehr sicher, auch Bankmitarbeiter seien „verdächtig".
- Die Forderung. Du sollst Geld und Wertsachen einem „Kollegen in Zivil" übergeben oder vor die Tür legen – zur „Sicherstellung".
- Geheimhaltung. Du sollst mit niemandem sprechen, auch nicht mit der Bank.
Im Display kann eine echte Vorwahl oder sogar die 110 erscheinen. Das ist technisch gefälscht und beweist nichts.
Ist das wirklich die Polizei?
- Ein Anruf von der angeblichen Polizei mit Warnung vor Einbrechern oder unsicheren Konten.
- Die Forderung, Bargeld oder Wertsachen herauszugeben oder abholen zu lassen.
- Geheimhaltung und starker Zeitdruck.
- Die 110 oder eine Behördennummer im Display.
- Misstrauen gegen die eigene Bank wird geschürt.
So reagierst du richtig
- Lege auf. Lass dich nicht in ein langes Gespräch ziehen.
- Gib nichts heraus. Keine Auskunft über Vermögen, kein Bargeld, keine Wertsachen.
- Ruf selbst zurück. Über die 110 oder die echte Nummer deiner Dienststelle – niemals die des Anrufers.
- Sprich mit Angehörigen. Eine zweite Meinung entlarvt die Masche schnell.
Deine Eltern vorwarnen
Gerade Menschen, die der Polizei vertrauen und gelernt haben, ihr zu folgen, fallen auf diese Masche herein. Das ist keine Frage von Verstand. Sprich deshalb früh darüber, nicht erst nach einem Anruf.
- Ein Satz zum Merken: Die Polizei holt nie Geld oder Schmuck ab, auch nicht „zur Sicherheit“.
- Die 110 ruft nie an. Steht sie im Display, ist der Anruf falsch.
- Auflegen ist erlaubt. Wer wirklich von der Polizei ist, versteht das. Danach selbst die 110 wählen oder dich anrufen.
Biete an, dass sie dich bei jedem seltsamen Anruf sofort anrufen dürfen. Es ist leichter, aufzulegen, wenn man weiß, wen man danach fragen kann.
Der Abholer war schon da?
Dann warte nicht ab und ruf sofort an. Die Polizei hat die besten Chancen, wenn sie früh Bescheid weiß.
- Wähl die 110. Sag, dass falsche Polizisten bei dir Geld oder Wertsachen abgeholt haben. Benutze dafür nicht die Rückruftaste, sondern tipp die Nummer selbst ein.
- Lass Karten sofort sperren. Hast du EC-Karte, Kreditkarte oder PIN herausgegeben, ruf den Sperr-Notruf 116 116 an. Informiere danach deine Bank.
- Schreib auf, was du noch weißt. Aussehen des Abholers, Uhrzeit, Auto, Namen und Dienstgrade vom Telefon, die Nummer im Display.
- Leg bei weiteren Anrufen sofort auf. Die Täter versuchen es oft ein zweites Mal, etwa mit einem angeblichen Kollegen, der den Fall jetzt übernimmt.
- Hol dir Unterstützung. Beim Opfer-Telefon des Weißen Rings unter 116 006 hört dir jemand zu. Der Anruf ist kostenlos und anonym, täglich von 7 bis 22 Uhr.
Das kann jedem passieren. Die Täter spielen ihre Rolle jeden Tag und nutzen genau das Vertrauen in die Polizei, das eigentlich richtig ist. Die echte Polizei erklärt die Masche auch bei der Polizeilichen Kriminalprävention.
Verwandt sind der Schockanruf mit erfundener Notlage und der Enkeltrick. Eine Fake-Mail vom Finanzamt oder von ELSTER ist etwas anderes: Behörden-Phishing. Einen Gesamtüberblick am Telefon gibt Telefon-Betrug.
SMS, Mail oder Link prüfen
Die Nummer im Display sagt hier nichts, weil Betrüger sie fälschen können, auch die 110. Ruf deshalb immer selbst bei der Polizei an. Kam zusätzlich eine SMS, eine Mail oder ein Link, kopiere sie in den FAKE-Checker und lass sie kostenlos prüfen.