Glossar

Krypto-Betrug

Auch: Bitcoin-Scam, Krypto-Scam, Krypto-Investmentbetrug, Wallet-Betrug, Crypto-Staking-Betrug, NFT-Betrug, Fake-Trading-Plattform

Krypto-Betrug umfasst Maschen rund um Bitcoin & Co., von gefälschten Plattformen über Wallet-Phishing bis zum Rug Pull.

Krypto-Betrug bündelt alle Maschen rund um Kryptowährungen wie Bitcoin. Weil Krypto-Zahlungen schnell, ohne Käuferschutz und kaum rückholbar sind, sind sie bei Betrügern besonders beliebt.

Die wichtigsten Begriffe

  • Wallet: deine digitale Geldbörse, meist eine App. Darin liegen deine Coins, also deine Kryptowährung.
  • Seed-Phrase: 12 oder 24 Wörter, mit denen du deine Wallet auf einem neuen Gerät wiederherstellst. Wer sie kennt, hat dein Geld.
  • Börse: eine Plattform, auf der du Kryptowährungen gegen Euro kaufst und verkaufst.
  • Transaktions-Hash: eine lange Zeichenfolge, die eine Krypto-Zahlung eindeutig kennzeichnet, ähnlich wie eine Überweisungsnummer.

Typische Krypto-Maschen

  • Fake-Trading-Plattform: Auf der Seite siehst du deine Gewinne steigen. Willst du auszahlen, verlangt sie erst „Steuern“ oder „Gebühren“, immer wieder, bis du aufhörst. Typisch für Anlagebetrug.
  • Promi-Verschenk-Aktion: Ein Deepfake-Video zeigt angeblich Elon Musk, einen Talkshow-Gast oder ein anderes bekanntes Gesicht: „Sende 1 Bitcoin, erhalte 2 zurück.“ Es gibt kein Geschenk, dein Bitcoin ist einfach weg. Mehr dazu unter Betrug mit Prominenten und TV-Sendungen.
  • Wallet-Phishing: Eine Mail oder Webseite will, dass du deine Seed-Phrase eingibst, angeblich zur „Bestätigung“. Damit bauen die Täter deine Wallet nach und leeren sie. Dasselbe schafft ein Infostealer auf deinem Rechner.
  • Liebe oder Job als Köder: Nach wochenlangem Chat soll Geld in Bitcoin fließen, mehr dazu unter Romance Scamming. Oder ein „Job“ verlangt, dass du Krypto empfängst und weiterleitest. Damit machst du dich als Money Mule strafbar.
  • Rug Pull: Eine neue Kryptowährung wird groß beworben, viele kaufen. Dann verschwinden die Betreiber mit dem Geld. Das englische Wort heißt „den Teppich wegziehen“, man sagt auch Exit Scam.
  • Staking-Betrug: Beim Staking verleihst du deine Coins gegen Zinsen. Betrüger versprechen sehr hohe Zinsen und behalten die Coins.
  • NFT-Maschen: Ein NFT ist ein digitales Sammelstück, etwa ein Bild. Betrüger verkaufen es als sichere Geldanlage, dann führt der Kauf-Link auf eine Phishing-Seite oder das Projekt verschwindet.
  • Wallet-Connect-Falle: Eine Webseite will, dass du deine Wallet mit ihr verbindest und eine „Signatur“ bestätigst. Das sieht aus wie eine Anmeldung, ist aber eine Erlaubnis. Damit dürfen die Täter dein Guthaben abziehen.

Krypto-Betrug und Anlagebetrug

  • Anlagebetrug ist der Oberbegriff für falsche Geldanlagen, ob Aktien, Devisen oder Krypto.
  • Krypto-Betrug nutzt Bitcoin und andere Coins als Zahlungs- oder Anlagemittel, weil es keinen Käuferschutz gibt und das Geld in Minuten weg ist.

Viele Maschen beginnen ohnehin mit Phishing oder einer vorgetäuschten Beziehung.

Wie schütze ich mein Krypto-Geld?

  • Seed-Phrase niemals auf Webseiten, in Mails oder am Telefon eingeben oder weitergeben.
  • Keine Geldanlage über unaufgeforderte Kontakte oder „Berater“ in Telegram oder WhatsApp.
  • Misstrauisch bei garantierten Gewinnen und Verschenk-Aktionen.
  • Nur bekannte Börsen und Wallets nutzen. Ob ein Anbieter eine Erlaubnis für Deutschland hat, kannst du nachschlagen in der Unternehmensdatenbank der BaFin.
  • Lass dich von einem ersten kleinen Gewinn nicht täuschen. Betrüger zahlen am Anfang gern 100 € aus, damit du danach 10.000 € einzahlst.

Was tun, wenn du schon gezahlt hast?

Zahl nichts mehr nach, auch keine „Gebühr“ für die Auszahlung. Die wichtigsten Schritte mit Bank, Anzeige und Beweisen stehen unter Anlagebetrug. Bei Krypto kommen zwei Dinge dazu:

  • Transaktions-Hash und Wallet-Adressen sichern. Damit kann die Polizei die Zahlung verfolgen.
  • Wallet in Sicherheit bringen. Hast du deine Seed-Phrase verraten oder eine Signatur bestätigt, richte eine neue Wallet ein und schick dein restliches Guthaben dorthin.

Verdächtige Plattformen kannst du mit dem FAKE-Checker prüfen.

Häufige Fragen

Kann ich Bitcoin-Zahlungen zurückholen?
Kaum. Eine Krypto-Zahlung ist in Minuten durch, und anders als bei einer Banküberweisung kann sie niemand zurückbuchen. Deshalb gilt: Erst prüfen, dann zahlen.
Darf ich meine Seed-Phrase jemals eingeben?
Nur direkt in deiner eigenen Wallet-App beim Ersteinrichten oder Wiederherstellen, niemals auf einer Webseite, in einer E-Mail oder am Telefon. Wer danach fragt, will dein Guthaben stehlen.
Sind Krypto-Gewinne in Social Media echt?
Fast nie. Gefälschte Videos mit Prominenten, die Bitcoin verschenken, sind eine klassische Masche. Niemand verdoppelt dein Geld, wenn du vorher sendest.

Bist du auf etwas Verdächtiges gestoßen?

Du bist diesem Begriff in der Praxis begegnet? Prüfe die verdächtige Webseite, E-Mail oder Nachricht jetzt kostenlos mit unserem FAKE-Checker.

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