Recovery Scam erkennen: Der zweite Betrug nach dem ersten Schaden
Auch bekannt als: Recovery-Scam, Rückhol-Betrug, Geld-zurück-Betrug, Fake-Recovery, Asset-Recovery-Betrug, Betrugsopfer-Betrug
Beim Recovery Scam melden sich angebliche Helfer nach einem Betrug und versprechen, dein Geld zurückzuholen – gegen Gebühr. So erkennst du die zweite Masche.
Monate nach dem Verlust schreibt dir eine Kanzlei. Man habe die Täter gefunden, dein Geld liege auf einem gesperrten Konto. Für die Freigabe fehle nur noch eine Gebühr. Das ist ein Recovery Scam, der Betrug nach dem Betrug. Das englische „Recovery“ heißt Wiederbeschaffung. Er trifft Menschen, die schon Geld verloren haben, etwa durch Anlagebetrug, Krypto-Betrug oder Romance Scamming. Die angeblichen Helfer treten als Anwälte, Ermittler, Polizei oder sogar als die Plattform selbst auf. Ihr eigentliches Ziel ist die Gebühr.
Opfer sind besonders verwundbar: Sie wollen den Schaden wiedergutmachen und greifen nach jedem Strohhalm.
So läuft der Recovery Scam ab
- Du bist schon Opfer – oder deine Daten stehen auf Listen von Betrugsopfern.
- Unaufgeforderter Kontakt: Mail, Anruf, LinkedIn, Telegram. Manchmal meldet sich sogar derselbe Täterkreis unter neuer Identität.
- Glaubwürdige Story: Ermittlungsverfahren, eingefrorene Konten, „wir haben die Täter" – oft mit Fake-Dokumenten und Logos.
- Vorabgebühr: Steuern, Kaution, Freigabe, Anwaltskosten, Wallet-Versicherung – immer ein neuer Grund, zuerst zu zahlen.
- Weitere Forderungen: Nach der ersten Zahlung folgt die nächste. Am Ende ist mehr Geld weg als beim Erstbetrug.
Verwandt: Fake-Kanzleien und Vorschussbetrug.
Typische Varianten
- Fake-Kanzlei / Inkasso: „Wir holen Ihr Geld juristisch zurück" – gegen Vorschuss.
- Behörden-Imitation: Angebliche Polizei oder Europol fordert Daten und Gebühren – echte Behörden arbeiten so nicht.
- Krypto-Recovery: „Wir tracken Ihre Bitcoin-Transaktion" – gegen Wallet-Zugang oder Vorabzahlung. Seed-Phrase herausgeben ist besonders gefährlich.
- Plattform-Support: Angeblicher Kundenservice der Börse oder Bank, die dich zuvor betrogen hat – oft kombiniert mit Fake-Kundenservice.
Will mir da wirklich jemand helfen?
- Kontakt kommt unaufgefordert, kurz nach dem Erstschaden.
- Garantie, das Geld zurückzuholen.
- Forderung nach Gebühren im Voraus, oft per Krypto oder Gutschein.
- Kommunikation über Messenger statt über bekannte Kanzlei- oder Behördenwege.
- Bitte um Seed-Phrase, Remote-Zugriff oder TAN.
- Druck: „Nur heute noch freigebbar", „sonst verfällt die Spur".
Wo bekomme ich echte Hilfe?
- Kein unaufgeforderter Helfer bekommt Geld oder Zugangsdaten von dir.
- Echte Hilfe läuft über Bank, Polizei, Verbraucherzentrale oder bekannte Opferberatung – nicht über kalte Calls aus dem Ausland. Welche Wege du je Zahlart selbst gehen kannst, steht unter Geld zurückholen nach Online-Betrug.
- Keine Seed-Phrase, kein Fernzugriff, keine „Freigabegebühr".
- Impressum und Zulassung prüfen, bevor du einer Kanzlei vertraust – und selbst recherchieren, nicht dem Link in der Mail folgen.
- Verdächtige Absender und Webadressen mit dem FAKE-Checker prüfen.
Was tun nach einem Recovery Scam?
- Sofort alle Zahlungen stoppen.
- Bank und ggf. Krypto-Börse informieren.
- Beweise sichern und Anzeige erstatten – auch für den Zweitbetrug.
- Mit Vertrauenspersonen sprechen; Scham hält viele Opfer in der Spirale.
Wenn du den Erstbetrug noch nicht gemeldet hast: Hol das nach. Seriöse Stellen verlangen keine Erfolgsgarantie gegen Vorkasse über Telegram.
Besonders gern geben sich die Täter als Finanzaufsicht aus. Die BaFin stellt klar: Sie holt kein verlorenes Geld zurück und beauftragt niemanden damit. Sie meldet sich nicht von sich aus bei dir und verlangt keine Gebühren. Schick solchen Helfern auch keine Ausweiskopie, denn die wird für weitere Betrügereien genutzt.
Kontakt prüfen
Du wurdest von einer angeblichen Recovery-Firma, Kanzlei oder Hotline kontaktiert? Kopiere E-Mail, Webadresse oder Telefonnummer in den FAKE-Checker und lass alles kostenlos prüfen.